Bei näherem Betrachten beliefen sich die Kosten für den Entwurf des des Wettbewerbssiegers auf annähernd 19 Millionen Euro.
Das Parlament bemühte sich um Deckelung bei 15 Millionen Euro. Die dann folgenden Vorschläge des Architekten, wie man unterhalb dieses Betrages bleiben könne, ließen ahnen, dass das Wunschbad nicht mehr zu haben war.
In Erkenntnis der gestiegenen Kosten erwärmte sich die OBG für Vorschläge des Schwimmclubs Oberursel und der DLRG Oberursel, das Freibad im Winter zumindest für einige Jahre mit einer Traglufthalle zu bedecken und damit nutzbar für die kalte Jahreszeit zu machen, nicht unbedingt vorrangig fürs Freizeitschwimmen, sondern für die 25 Schulen, die das Hallenbad zum Schwimmunterricht nutzen.
Dieser Vorschlag stieß im Stadtparlament auf Ablehnung, sicherlich zu Recht, weil inzwischen Erfahrungswerte zum Energieverbrauch von Traglufthallen bekannt sind, die solche Notlösungen praktisch ausschließen. Der nächste Versuch der OBG, die Kosten effektiv zu drosseln, war das Bemühen, das alte Hallenbad doch noch sanieren zu lassen. Da die Statik der Decke wegen Konstruktionsmängeln problematisch ist und das Hallenbad gesperrt werden musste, hätten sich eine Erneuerung der Deckenkonstruktion und eine Renovierung des Hallenbades insgesamt angeboten. Ein Gutachter wies Ende 2009 eindringlich darauf hin, dass dies sofort geschehen müsse, weil das bisherige Dach möglicherweise den kommenden Winter nicht überstehen würde.
Das Dach überstand aber den Winter 2009/2010, mit ungewöhnlich viel Schneelast, unbeschadet. Auf jeden Fall hätte es renoviert werden und das Hallenbad gerettet werden können. Die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes mit allen Einspruchsmöglichkeiten der Nachbarn wäre entfallen, ebenso die Notwendigkeit des Hallenbad-Neubaus.
In der Zwischenzeit ist klar, dass sich die Finanzlage der Stadt dramatisch verschlechtert hat. Die Rücklagen, mit deren Hilfe das Bad wenigstens teilweise hätte finanziert werden können, stehen nicht mehr zur Verfügung. Im Gegenteil drohen auch im neuen Haushalt 2011 zwölf Millionen Euro Defizit, nicht eingerechnet das Risiko aus einem Hessentag, der deutlich defizitärer werden könnte als die veranschlagten drei Millionen Euro. Keine der vergangenen Hessentagsstädte ist unter diesem Betrag geblieben.
Um das Hallen- und Freibad zu finanzieren, soll nun Anlagevermögen der Stadt verkauft werden, darunter ein Sportplatz, für den es in Oberursel praktisch keinen Ersatz gibt. Bei steigendem Sportplatzbedarf wäre es nach dem Hartplatz an der Karl-Hermann-Flach-Straße der zweite Sportplatz, der innerhalb eines Jahres vernichtet würde. Sportplätze neu zu bauen oder auch bestehende nur auszubauen, wird heute angesichts der gewachsenen Sensibilität der Nachbarn solcher Sportstätten immer schwieriger oder ist nur unter hohen Lärmschutzkosten zu verwirklichen. Einen Sportplatz zu beseitigen, ist grob fahrlässig und ein Vergehen am Vermögen der Bürger, ganz abgesehen von den geminderten Freizeitmöglichkeiten, die dadurch entstehen. Auch der große Parkplatz am Schwimmbad wird noch gebraucht, für große Ereignisse, für stark besuchte Freibadtage. Zwar kann man die Parkplätze auch in den Bereich des ehemaligen Minigolfplatzes und in einen Teil des Freibadgeländes zwischen bisherigem Hallenbad und Schwimmmeisterhaus verlegen. Man beseitigt damit aber ein ganzes Stück der Grünfläche, die den großen Reiz des Freigeländes ausmacht.
Dennoch wäre die OBG bereit, dem Verkauf des großen Parkplatzes zur Finanzierung des Freibadumbaus zuzustimmen. Für die Finanzierung des Hallenbadumbaus sehen wir jedoch im Moment keine Grundlage. Weder der Verkauf des Altkönig-Sportplatzes noch der des Parkplatzes würden die Um- und Neubaukosten decken. Der bisherige Hallenbadbau sollte gesichert werden und wegen der Nutzung der technischen Anlagen des Hallenbades durch das Freibad stehenbleiben, bis an gleicher Stelle ein Neubau in ähnlicher Ausstattung und ähnlichem Umfang wie das bisherige Hallenbad erstellt werden kann.
Für das Schulturnen tut uns die Schließung des Hallenbades leid. Ebenso bedauern wir, dass der Trainingsbetrieb von Schwimmclub und DLRG erheblich eingeschränkt bleibt. Das ist aber nicht zu ändern. Beide Vereine hätten sich seinerzeit vehement für die Erhaltung und Renovierung des Hallenbads einsetzen müssen, anstatt auf die schmucken Neubauten zu setzen.
Die OBG hatte sich damals leidenschaftlich für die Renovierung eingesetzt, ohne bei den Schwimmvereinen die nötige Resonanz zu finden.
In Richtung Hochtaunuskreis müssen wir sagen, dass es ein absolutes Armutszeugnis ist, wenn der Stadt Oberursel für das Schulschwimmen von 25 Schulen aus dem Hochtaunuskreis jährlich Entgelte von 30.000 Euro angeboten werden.
Wer den Schülerinnen und Schülern einen Gymnasialanbau für 57 Millionen Euro und der Grundschule Mitte Betreuungsräume und Sporthallen für 8,1 Millionen Euro hinstellt, dann aber nicht einmal das Geld für den Schwimmunterricht aufbringt, stellt sich ein Armutszeugnis aus. Sobald es die Finanzlage der Stadt zulässt, werden wir dafür sorgen, dass auch das Hallenbad wieder hergestellt wird, allerdings kaum so pompös, wie es einmal geplant war, eher als Systembau der anderswo schon gut und preiswert funktioniert und bei dem die Folgekosten des Betriebs aus erprobter Praxis ableitbar sind. Die für die bisherigen Neubaupläne geschätzten jährlichen Folgekosten von rund 800.000 Euro wollen und können wir nicht mittragen. Dann wäre es billiger, jedem Badewilligen einen Taxigutschein mit Eintrittskarte für ein Hallenbad in den Nachbargemeinden zur Verfügung zu stellen.
Dr. Christoph Müllerleile
]]>Die Auswirkungen dieser taktischen Spielereien betreffen nicht nur den Hintertaunus. Die Pendler-Situation der Mitarbeiter Oberurseler Unternehmen, die im Hintertaunus wohnen, bleibt angespannt. Man hat sich zwar innerlich bereits auf eine Verzögerung von 15 bis 20 Minuten (z.T. durchaus mehr) eingestellt, bevor man die Wegstrecke zwischen Oberursel-Nord und der PPR-Kreuzung nachmittags hinter sich lassen kann. Aber dies kann kein Dauerzustand sein. Zumal sich das Land Hessen zum Ziel gesetzt hat, der Bevölkerung und den Unternehmen ein ”staufreies Hessen” zu gewährleisten. Da muss man auch mal irgendwo anfangen.
Es kann nicht angehen, dass Arbeitnehmern Oberurseler Firmen künstliche Pendel-Erschwernisse auferlegt werden. Es kann nicht angehen, dass im Oberurseler Stadtteil Oberstedten regelmäßig Stau-Vermeidungs-Verkehr aufläuft. Und erst recht kann nicht angehen, dass die Homburger Politik als Kreisstadt die verkehrstechnischen Bedürfnisse des Umlandes ignoriert, selbst aber die durch die Hartnäckigkeit von Bürgerbewegungen entstandenen Umgehungsstraßen im Kreis kräftig nutzt. Beispiel: Wer von Homburg nach Kronberg oder Königstein fahren möchte, bitte schön: Die B455 neu (Nordumfahrung Oberursel) wird mit dem Verkehrsdruck spielend fertig, aus Homburg ist man in 10 bis 15 Minuten am Ziel. Umgekehrt wird eine Verhinderungspolitik betrieben, die dafür sorgt, dass der Oberurseler - will er nach Wehrheim fahren - bereits bei Oberstedten im Stau steht. Man kann ja verstehen, dass die Homburger Politik Interesse daran hat, dass sich die “Kreis-Untertanen” die schöne Landschaft Bad Homburgs länger anschauen sollen und dass man deshalb auf eine besonders langsame Fahrweise der “Kreis-Untertanen” wert legt. Andererseits: So schön ist Homburg an dieser Stelle auch wieder nicht.
Für den Umbau der PPR-Kreuzung wurde bereits im Jahr 1988 Planungsrecht eingeleitet. Wir schreiben das Jahr 2010. Die folgenden Vorschläge wurden erörtert: Vierstreifiger Ausbau, Dreistreifiger Ausbau, Kreisel, Brücke, kurzer Tunnel, langer Tunnel. Die Diskussion dreht sich seit Jahren im Kreis.
Betrachtet man alle Wünsche, Klagen, Proteste und auch die Kostendiskussion mit ein wenig Abstand, so wäre eine Einigung auf eine dreistreifige Verkehrsführung mit 2+1-Betriebsform der gemeinsame Nenner. Das würde bedeuten, dass der Verkehr von Oberursel-Nord bis zur PPR-Kreuzung zweistreifig geführt wird (bei einstreifiger Führung in die Gegenrichtung). Mit dieser Maßnahme könnte der nachmittägliche Stau in Richtung PPR-Kreuzung erheblich verringert bzw. vermieden werden. Zudem müsste man in Gegenrichtung einen zweistreifigen Ausbau von der Saalburg bis zur PPR-Kreuzung durchführen mit der Möglichkeit, sich hinter der Ampel in Richtung Oberursel auf eine Spur einfädeln zu können.
Eine solche Maßnahme wäre - im Vergleich zu Tunnellösungen - kostengünstig durchzuführen. Die Dauer der Arbeiten dürfte ein bis zwei Jahre nicht überschreiten. Möglicherweise gelingt es mit einer solchen Maßnahme nicht, Staus in Spitzenzeiten komplett zu vermeiden. Aber man könnte die Wartezeiten erheblich verringen (Nachmittags von Oberursel in Richtung PPR-Kreuzung von 15 auf 5 Minuten), so dass der Anreiz, Umwege zu fahren, wegfallen würde.
Wir appellieren an alle Entscheider, sich für eine solche oder ähnliche Lösung einzusetzen. Sie ist praktikal, preiswert und schnell umsetzbar. Klar ist auch: Man wird es nicht allen recht machen können.
]]>Die OBG habe Verständnis dafür, dass die Klinikverwaltung vor fünf Jahren angesichts der damals schwierigen finanziellen Situation der Einrichtung auf raschen Verkauf an einen Bauentwickler gedrängt habe. Wenig Verständnis äußerte Müllerleile aber dafür, dass die Bebauung eines ganzen Viertels im Außenbereich praktisch am Stadtparlament vorbei hochgezogen worden sei. Sogar eine von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Veränderungssperre sei unter Hinweis auf drohende Schadenersatzprozesse praktisch ignoriert worden. Das werde sich zumindest die OBG bei der Bebauung des Restgeländes nicht mehr gefallen lassen.
Im Zuge der Baumaßnahmen sei ein von den Anwohnern privat eingerichteter Spielplatz abgeräumt, eine Wiederherstellung durch die genehmigungsfreudige Stadt für unnötig erklärt worden. “Von den Anwohnern mussten der Träger der Klinik, der Bauentwickler und die Stadtverwaltung kaum Widerstand befürchten, weil es sich meist um von ihrem Arbeitsplatz abhängige Beschäftigte der Klinik handelt. Allerdings sei für Beobachter die Unzufriedenheit mit der Anlieger mit der Verbauung des Geländes mit Händen zu greifen.
Umso erfreulicher, so die OBG, sei es, dass die seit zweieinhalb Jahren im Amt befindliche Krankenhausdirektorin Anke Berger-Schmitt auf die Menschen in Oberursel zugehe. Die Tage der offenen Tür würden von hunderten Interessierten angenommen, ebenso die Führungen durch das auch historisch bedeutende Areal. Auf die Initiative der Klinik gehe der Eröffnungsgottesdienst des Oberurseler Brunnenfests zurück, und jetzt sei das Gelände auch für Theaterbesucher offen. Anke Berger-Schmitt glaubt, dass der Lärmpegel der Besucher nach Ende der Vorstellung gesenkt werden kann. Im nächsten Jahr sollten auch wieder Nachfeiern möglich sein, wenn die Bewirtung etwas mehr an den Rand des Geländes gelegt wird.
Lebhaft befürwortet wird von der OBG, so Müllerleile, die Erweiterung der Klinik um eine Kinder- und Jugendpsychiatrie mit mindestens vierzig Betten und zwanzig tagesklinischen Plätzen.
]]>Das Ehrenmal befindet sich im Besitz der Stadt. Die Entscheidung über dessen Zukunft hat das Stadtparlament in die Hände des Bau- und Umweltausschusses gelegt. Der mochte sich am Mittwoch dieser Woche (20. Mai 2010) noch nicht zu entscheiden. Die OBG hat für die nächste Sitzung am 9. Juni beantragt, das Ehrenmal in seiner ursprünglichen Form als Ganzes zu erhalten und entsprechend zu restaurieren. Der Magistrat soll zur Vorbereitung der Restaurierung detaillierte Angebote von erfahrenen Fachfirmen einzuholen. Mehrere solcher Angebote lagen schon bei der jüngsten Ausschusssitzung vor.Zur Sicherung des Mosaiks vor weiterem Verfall sollen als erste Teilmaßnahme aus dem laufenden Haushalt Mittel für die Vermessung und Dokumentation des Ehrenmals und für Abnahme und Einlagerung des Mosaiks der Säule bereitgestellt werden.
Der Magistrat wird im Antrag gebeten, mit der Ursella-Stiftung, dem Kultur- und Sportförderverein oder anderen geeigneten Trägern zu verhandeln mit dem Ziel, dass sie Träger einer Initiative “Rettet das Ehrenmal” werden, die bei der Bevölkerung und von Firmen Spenden für die Wiederherstellung des Ehrenmals sammelt.Auch Landeszuschüsse sollen beantragt werden. Bis zum 80. Jahrestag der Errichtung des Ehrenmals am 12. Oktober 2010 soll ermittelt werden, mit welchen externen Beträgen aus Spenden, Sponsoring, öffentlichen Zuschussmitteln und sonstigen Quellen gerechnet werden kann, um auf dieser Grundlage den für die Restaurierung nötigen Betrag haushaltsrechtlich zu verankern.
Die Stadt hat sich bei der Übernahme 1930 feierlich verpflichtet, das Ehrenmal zu erhalten, zu betreuen und seinen Sinn zu bewahren. Dies müsse nun geschehen. Der Hessentag bietet gute Möglichkeiten, öffentliche Zuwendungen, Sponsorenmittel und Spenden zu akquirieren.Fachkundige Restaurierungsmaßnahmen könnten nach Angaben von Fachleuten ungefähr ein Jahr beanspruchen. Selbst wenn die Arbeiten am Hessentag nicht abgeschlossen sein sollten, könnte das Ehrenmal als Teil eines Mosaikworkshops und mögliches Anschauungsobjekt fungieren, meint die OBG. Weitere Erläuterungen finden Sie hier.
]]>Betr.: Ehrenmal an der Christuskirche
1. Das Ehrenmal soll in seiner ursprünglichen Form als Ganzes erhalten und entsprechend restauriert werden.
2. Der Magistrat wird gebeten, zur Vorbereitung der Restaurierung detaillierte Angebote von erfahrenen Fachfirmen einzuholen.
3. Zur Sicherung des Mosaiks vor weiterem Verfall sollen als erste Teilmaßnahme aus dem laufenden Haushalt Mittel für die Vermessung und Dokumentation des Ehrenmals und für Abnahme und Einlagerung des Mosaiks der Säule bereitgestellt werden
4. Der Magistrat wird gebeten, mit der Ursella-Stiftung, dem KSfO oder anderen geeigneten Trägern mit dem Ziel zu verhandeln, dass sie Träger einer Initiative „Rettet das Ehrenmal“ (Arbeitstitel) werden, die freiwillige Zuwendungen der Bevölkerung und von Firmen für die Wiederherstellung des Ehrenmals anregt, Fundraising-Maßnahmen vorfinanziert und organisatorisch begleitet.
5. Der Magistrat wird gebeten, mit dem Land wegen Zuschüssen für die Restaurierung des Ehrenmals zu verhandeln.
6. Bis zum 80. Jahrestag der Errichtung des Ehrenmals am 12. Oktober 2010 soll ermittelt werden, mit welchen externen Beträgen aus Spenden, Sponsoring, öffentlichen Zuschussmitteln und sonstigen Quellen gerechnet werden kann, um auf dieser Grundlage den für die Restaurierung nötigen Betrag haushaltsrechtlich zu verankern.
Begründung:Der Verfall des Oberurseler Ehrenmals schreitet fort. Es ist davon auszugehen, dass es in Gänze gerettet und wiederhergestellt werden kann. Rettungsmaßnahmen müssen jetzt ergriffen werden. Oberursel kann es sich nicht leisten, sich während des Hessentags in unmittelbarer Nachbarschaft einer frisch renovierten Christuskirche mit einer Gedenkruine zu präsentieren. Die Erhaltung des Andenkens an die Gefallenen und Verwundeten der Kriege gehört zu den bürgerlichen Ehrenpflichten der Nachkommen. Die Bewahrung anerkannter Werke verstorbener Künstlerinnen und Künstler in deren Sinne ist von jeher fester Bestandteil kommunalen Kulturschaffens.Die Stadt hat sich bei der Übernahme 1930 feierlich verpflichtet, das Ehrenmal zu erhalten, zu betreuen und seinen Sinn zu bewahren. Dies muss nun geschehen. Der Hessentag bietet gute Möglichkeiten, öffentliche Zuwendungen, Sponsorenmittel und Spenden zu akquirieren.
Fachkundige Restaurierungsmaßnahmen werden nach Angaben von Fachleuten ungefähr ein Jahr beanspruchen. Selbst wenn die Arbeiten am Hessentag nicht abgeschlossen sein sollten, könnte das Ehrenmal als Teil eines Mosaikworkshops und mögliches Anschauungsobjekt fungieren. Weitere Informationen hier.
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