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18.7.2009 von Dr. Christoph Müllerleile.
Das Vertrauen der Verkehrsteilnehmer in die organisatorischen Fähigkeiten der Oberurseler Stadtverwaltung hat bei dem jüngsten Verkehrschaos an der Homburger Landstraße erheblichen Schaden gelitten. Der zuständige Dezernent und seine Mitarbeiter sind offenbar mit einer gewissen Naivität an die Sperrung einer der wichtigsten Oberurseler Verkehrsadern herangegangen seien. Das Verkehrschaos war nach den dürftigen Sperrmaßnahmen der städtischen Behörden durchaus absehbar. Für die Stadtverordnetenversammlung am 10. September 2009 hat die OBG beantragt, dass der Magistrat darlegen soll, wie es zum Verkehrschaos bei der Sperrung der Homburger Landstraße kommen konnte und wie künftig bei größeren Straßenbauarbeiten Härten für Verkehrsteilnehmer gemildert und alle Betroffenen rechtzeitig und deutlich über anstehende Beschränkungen informiert werden können.
Die Sperrung der Homburger Landstraße zwischen Wallstraße und Kreuzung Nassauer Straße ist nur sehr dürftig und kurzfristig angekündigt worden. Hinweise in der Lokalpresse sind im Trubel des Ferienbeginns vielfach untergegangen und haben auswärtige Verkehrsteilnehmer ohnehin nicht erreicht. Die einzige Möglichkeit, alle rechtzeitig zu informieren und bei der Anfahrt nach Oberursel zu warnen, nämlich großflächige Hinweisschilder mit übersichtlichen Umwegdarstellungen mindestens eine Woche vor Sperrbeginn in weitem und näherem Abstand zu den Umleitungsstrecken aufzustellen, hat die Stadtverwaltung nicht genutzt und sich auf Minimalhinweise beschränkt. Wer beispielsweise zu Wochenbeginn von Weißkirchen kommend auf der Frankfurter Landstraße nach Oberursel fuhr, fand nur ein kleines Schild an der Linksabbiegung in die Gablonzer Straße vor, das von vielen nicht gesehen oder ernst genommen wurde. Die Folge war heilloses Chaos in Bommersheim, wo viele an der Baustelle wenden mussten, andere sich durchzuschlängeln versuchten, um ihren Arbeitsplatz oder Liefertermin noch rechtzeitig zu erreichen. Autofahrer beklagten erhebliche Verspätungen am Arbeitsplatz und geplatzte Termine allenthalben. Lastwagenfahrer, die ihren Navigatoren und Karten folgten, gerieten in Sackgassen, aus denen sie sich nur mit großer Mühe und Verspätung befreien konnten.
Erst zur Wochenmitte hat die Stadtverwaltung die Zufahrt auf der Frankfurter Landstraße nach Bommersheim für Durchfahrer gesperrt und deutlichere Umleitungshinweise gegeben.Statt den verzweifelten Autofahrern auf Schleichwegen aufzulauern und Geld zu kassieren, hätten die Stadt und die städtische Bau und Service Oberursel (BSO) ihre Mitarbeiter lieber rechtzeitig auf Informationstour schicken sollen. Sie hätten beispielsweise in der Vorwoche Handzettel an vor den Ampeln wartende Autofahrer aus dem Umland verteilen und mit großen Schildern auf kommende Unannehmlichkeiten hinweisen können. Ortsansässige Firmen hätten per Rundschreiben gebeten werden müssen, ihre Mitarbeiter und Lieferanten auf die geänderte Verkehrsführung hinzuweisen.Zu Recht wird die Stadt nun auf erhebliche wirtschaftliche Schäden hingewiesen, die solche Fehlplanungen verursachen. Versäumte Termine und verspätete Anlieferungen tragen nicht dazu bei, Oberursel als Wirtschaftsstandort oder als Hessentagsstadt zu empfehlen.
Unzureichend geprüft wurde auch die Möglichkeiten alternativer Verkehrsführung.Die beste Lösung wäre gewesen, die Fahrbahn entlang der Baustelle nur halbseitig zu sperren, selbst wenn die Bauzeit sich dadurch verlängert hätte. Anwohner in Bommersheim müssen kilometerlange Umwege über Oberhöchstadter Straße oder Kalbach in Kauf nehmen, um in Oberursels Innenstadt zu gelangen und umgekehrt. Warum nicht wenigstens der Anliegerverkehr die Frankfurter Landstraße zur Allee hin in beiden Richtungen befahren konnte, ist nach wie vor erklärungsbedürftig. Auch sollte die Stadt noch jetzt großzügig prüfen, ob die Brücke zum Gewerbegebiet “Untere Zeil“ und der Feldweg zum “Kronenhof“ wenigstens für den heimischen Pkw-Verkehr freigegeben werden können.Während der Sperrung sollten Ampeln, die nicht flexibel auf das wechselnde Verkehrsaufkommen programmiert werden können, lieber abgeschaltet und der Verkehr sollte von Hand geregelt werden, um zügiges Durchkommen zu erleichtern und Staus zu verkürzen.
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